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Der Graf zu Stolberg und seine Familie
Link zum Stammbaum der Stolberger - externe Seite

außerdem: Klima, vorreformatorische Bestrebungen, Kühe, Fachwerk, Runen, Kiepenfrauen, Ofen

Graf Heinrich zu Stolberg d.Ä.
(1433-1511)

Heinrich, der Sohn des Grafen Botho zu Stolberg-Wernigerode, war bereits über 50 Jahre alt, als er im Juni 1431 Anna, die Tochter des Grafen Heinrich von Schwarzburg heiratete, die ihm 1433 den Sohn und Nachfolger Heinrich d. Ä. und 1434 die Tochter Elisabeth schenkte.

Heinrich war in erster Ehe mit Mechthild, der Tochter des Grafen Volrad von Mansfeld verheiratet. Dieser Ehe entstammten zwei Söhne, die Zwillinge Botho zu Stolberg 1467-1538 und Heinrich d.J. 1467-1508 Nach dem Tod seiner Frau heiratete Heinrich der Ältere Gräfin Elisabeth von Württemberg.


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Die Zwillinge Botho und Heinrich
 

Die Zwillinge entstammen der ersten Ehe Heinrich des Älteren mit Mechthild. In der Geschichte des Hauses Stolberg ist zu lesen, Heinrich habe seinen Sohn Botho bevorzugt. Ich kann das nicht recht nachvollziehen, obwohl ich es in meinem Roman anklingen lasse. Tatsächlich übertrug Heinrich die Regierungsgewalt seinem Sohn Heinrich d.J., weswegen sich Botho beschwerte. Daraufhin zog sich Vater Heinrich von der Regierung in ein Kloster zurück und überließ beiden Söhnen, zunächst für vier Jahre, das Feld.

Die Akten berichten, dass Heinrich d.J. im März 1493 mit dem Herzog von Sachsen zu seiner Pilgerreise aufbrach, ob Botho mitfährt, weiß man nicht. Der Vater lieh sich vom befreundeten Grafen von Mansfeld 500 Gulden, um die Reise des Sohnes zu finanzieren. Von Botho erfahren wir dergleichen nicht. Von ihm heißt es im Februar 1494 lediglich, dass er von seiner Pilgerreise zurück sei, ohne eine Angabe, wann er aufgebrochen war. Heinrich indes scheint im Herbst 1493 wieder zu Hause zu sein – möglich wäre es, wie man anhand der ausführlichen Beschreibung samt Zeitangaben der Pilgerreise seines Vaters schließen kann. Abgesehen davon werden aber auch ab März weiterhin gelegentlich in den Regesten beide Söhne genannt, wobei wahrscheinlich angenommen werden muss, dass die Nennung auch in Abwesenheit, also nur im Namen der Söhne, erfolgt sein könnten. Es gibt in den Regesten eine ausführliche und ganz wunderbare Beschreibung der Pilgerreise des älteren Heinrich. Dort wird auch über die Begegnung mit den Venezianern auf Candia berichtet und über die schlechte Behandlung durch die Einheimischen im Heiligen Land geklagt.


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Botho der Glückselige
( 1467-1538)
 

Da sein Bruder bereits 1508 verstarb, erbte Botho nach dem Tod des Vaters 1511 den Grafentitel und regierte fortan als Botho der Glückselige. Er ist einer der wenigen mittelalterlichen Stolberger, von denen ein Bildnis existiert.
Einen Teil seiner frühesten Jugendjahre verlebte Botho in Süddeutschland, wo er am Hofe des Grafen, später Herzogs Eberhard von Württemberg, des Bruders seiner Stiefmutter Elisabeth, erzogen wurde.

Möglicherweise ging Botho wie Heinrich auf Pilgerreise, der Zeitraum ist in den Akten nicht nachzuweisen. Botho leistete bereits in jüngeren Jahren mehreren Fürsten Ritterdienste. Er entwickelte sich zum geschickten Diplomaten. Schon um das Jahr 1491/92 erlebte er eine durch das Schuldenwesen gebotene außerordentliche Umwandlung der heimischen Verwaltung, um die desolate Finanzlage des Grafenhauses zu sanieren. Wegen seiner Tüchtigkeit als Wirtschafter und Unterhändler wurde er auch in außerordentlichem Maße von Kaiser und Reich, weit mehr aber noch von seinen Lehnsherren in Anspruch genommen, sowohl durch Anleihen als durch Übertragung von Ämtern und Geschäften.

Botho heiratet Anna von Eppstein-Königstein. Aus der Ehe erwachsene Kinder sind unter anderem die Grafen Heinrich und Ludwig zu Stolberg, Gräfin Juliana zu Stolberg, welche als Stammmutter des Hauses Oranien-Nassau gilt und Gräfin Anna zu Stolberg, die 28. Äbtissin des Reichsstiftes Quedlinburg.

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Heinrich d. J.
(1467-1508)
 

Während sein Bruder Botho bereits in frühesten Jugendjahren nach Süddeutschland geschickt wurde, zog sein Vater den Sohn Heinrich bereits ab 1489 mit zu den Regierungsgeschäften hinzu. Als er 30 Jahre alt wurde, übertrug ihm sein Vater 1497 die Regentschaft über die Grafschaft Stolberg und die Grafschaft Wernigerode. Da sich sein Zwillingsbruder etwas benachteiligt fühlte, entschied der Vater am 11. Dezember 1499, dass seine beiden Zwillingssöhne gemeinsam in den nächsten vier Jahren regieren sollten.
Bereits 1491 war Graf Heinrich in den Dienst des Kurfürsten Friedrich dem Weißen von Sachsen getreten. 1493 nahm er an dessen Wallfahrt in das gelobte Land teil. 1498 begleitete er den Kurfürsten, als dieser zum Hochmeister des Deutschen Ritterordens in Königsberg gewählt worden war und dorthin reiste. Am 14. April 1506 wurde er von Herzog Georg von Sachsen zum Statthalter von Friesland ernannt. Dieses Amt konnte er allerdings nur zwei Jahre ausüben, da er erkrankte und am 16. Dezember 1508 zu Köln, wo er Heilung suchte, verstarb.


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Die Burg in Stolberg-Wernigerode
 

Die Burg, wie sie sich dem heutigen Besucher präsentiert, entstammt in der Hauptsache späteren Jahrhunderten. Einzig der Turm stand wohl schon in der beschriebenen Zeit, die übrigen Gebäude wurden später renoviert, um- oder neu gebaut.

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Personal des Grafen zu Stolberg
 

Hauptmann Claus von Arnswald von Wernigerode ist in den Dokumenten als Hauptmann in Wernigerode erwähnt. Sein Name fällt oft in Verbindung mit Zahlungen, Verpfändung und Veräußerungen in dem Gebiet.

Marschall Heinrich Knauth zu Questenberg ist ein treuer Vasall des Grafen, während einiger Jahrzehnte steht er in des Stolbergers Diensten. Als Marschall ist er quasi für alle Belange des Grafenhauses zuständig, so zählt er auch zu der Kommission, die das vom Grafen hinzugezogene „Controller-Team“ des Herzogs von Baden-Württemberg und des Erzbischof von Mainz einsetzen, um die Finanzen zu überblicken und die Ausgaben zu kontrollieren, also einzuschränken.

Zum Personal der Burg gehörten neben Mägden und Knechten auch Musiker, wie Trompeter, Pferdeburschen und sonstige Diener. Die Akten erwähnen auch einige Hofzwerge.

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Die Erbverbrüderung
 

Bereits 1418 beschlossen die Grafen von Schwarzburg, Wernigerode und Honstein eine Erbverbrüderung. Das heißt, falls einer von Ihnen kinderlos stürbe, so erbten die beiden anderen dessen Titel und Land. Der Fall trat mit dem Grafen von Wernigerode ein, dessen Titel auf den Grafen Stolberg überging. Die lange, generationenübergreifende Freundschaft speziell des Stolberger mit dem Schwarzburger Grafenhaus ist sehr bemerkenswert.

Die Erbverbrüderung wurde regelmäßig erneuert.

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Finanzsorgen des Hauses zu Stolberg
 

Die Geldnot des Grafen scheint in meinem Roman übertrieben, aber ein Blick in die Akten bestätigt die desolate finanzielle Situation des Grafenhauses. Kein Monat, in dem nicht ein Kredit aufgenommen wird, ein Landbesitz verpfändet oder veräußert wird. Die im Roman erwähnte Schmähschrift gab es tatsächlich, was darauf abgebildet war, wird in den Akten nicht erwähnt. Meine Beschreibung orientiert sich an überlieferten Schmähschriften des ausgehenden 15. Jahrhunderts.

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Die sog. Schaukelpolitik Heinrichs d.Ä.
 

In Finanzdingen eher ahnungslos, ist Heinrich d.Ä. andererseits ein gesuchter Berater hoher Fürsten gewesen und sogar mit dem Papst bekannt. Sein Ruf ist ausgezeichnet, wenngleich er hin und wieder durch seine sogenannte „Schaukelpolitik“ einen unentschlossenen Eindruck macht. Diese Politik, schwankend von einem Fürsten zum anderen, ist wohl in erster Linie dem Faktum geschuldet, dass er der Lehnsmann dreier Herren war, mit denen er es sich nicht verscherzen wollte und durfte, auch dann, wenn die sich in ihren Zielen nicht immer einig waren. Heinrich löste das Dilemma dadurch, dass er sich bei Verabredungen entschuldigen ließ, anberaumte Termine mehrfach verstreichen ließ, oder sich nur solche Aufgaben zuteilen ließ, die nicht mit den Interessen seiner anderen Herren kollidierten. Darin bewies er großes Geschick. Mehr zu diesem Thema findet sich in der ausgezeichneten Doktorarbeit von Jörg Brückner: Zwischen Reichsstandschaft und Standesherrschaft. Die Grafen zu Stolberg und ihr Verhältnis zu den Landgrafen von Thüringen und späteren Herzögen, Kurfürsten bzw. Königen von Sachsen (1210 bis 1815).
Hier der Link zum pdf

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Klima
 

Laut der Regesten, der Stolberger Akten, war der Winter 1492/93 außerordentlich hart und lang gewesen. Das trifft sich mit allgemeinen Klimauntersuchungen. Nach einer Warmzeit des Mittelalters beginnt gegen 1500 eine Kaltzeit. An der Nordseeküste rauben mehrere Sturmfluten viel Land, das nur mühsam durch aufwendige Deichbauprojekte wiedergewonnen werden kann. Im Prinzip dauert diese Zwischeneiszeit noch heute an. Wir sollten uns durch die Drohung einer globalen Erwärmung nicht irritieren lassen. Tatsächlich war es erdgeschichtlich gesehen viel häufiger und länger warm als kalt. Kennzeichen einer Eiszeit sind die vereisten Pole. Und wenn diese nun schmelzen, heißt das nur, dass die Erde wieder ihrem normalen Warmzustand zustrebt. Dass das dem Menschen nicht in das Konzept passt, steht auf einem anderen Blatt. Änderungen im Klima ziehen jedenfalls immer Veränderungen der Gesellschaft nach. Sei es, dass sich Hochkulturen entwickeln, sei es, dass wegen verdorrender Ernte oder Überflutungen Sündenböcke herhaltn müssen, die man in den Ketzern, den Hexen, den Juden fand.

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Vorreformatorische Bestrebungen
 

Die Reformation ist keine Erfindung Martin Luthers. Bestrebungen, die Kirche zu reformieren gab es bereits im 11. Jahrhundert, als der Wolllust innerhalb der Geistlichkeit entgegengewirkt wurde, indem man den Zölibat nicht länger auf Mönche beschränkte, sondern es auch auf weltliche Geistliche – Priester – ausdehnte. Davon unberührt regierte innerhalb der Kirche immer wieder und mit den Jahren immer mehr die Sucht nach Geld, damit verbunden auch das Streben nach Macht und deren Ausübung zum eigenen Wohl. Viele Kleriker schwelgten im Überfluss, erfreuten sich an leiblichen Genüssen jeglicher Art, während sie Verzicht und Einschränkung predigten. Als eine Reaktion auf die Verweltlichung der Kirche entstehen Sekten, die diesen Auswüchsen Enthaltsamkeit und Armut entgegensetzen. Selbst die Franziskaner begannen ursprünglich als eine solche Randgruppe, die von der Kirche verfolgt wurden, weil sie Armut predigten und lebten. Anders als dieser Orden, der sich Anerkennung verschaffen konnte, klagte man andere Sekten der Ketzerei an, verfolgte und ermordete ihre Mitglieder. Die Hussiten beispielsweise, Anhänger des Jan Hus, der auf dem Scheiterhaufen endete, oder die Waldenser, deren Bibelübersetzung ins Deutsche für die Luther-Bibel Pate stand. Ihnen allen drohte der Scheiterhaufen, viele wurden tatsächlich verbrannt. Ein Trugschluss ist allerdings zu glauben, dass mit dem Durchsetzen der Reformation die Verfolgung endete. Ganz im Gegenteil beginnt jetzt nicht nur die Zeit der Glaubenskriege, sondern auch die große Zeit der Hexenverfolgungen, die jetzt die Position der Ketzer besetzen.

Reformbestrebungen sind in den Akten des Hauses Stolberg mehrfach erwähnt. Sogar in seinem Testament fordert Heinrich d.Ä. die Kirchen und Klöster, die er großzügig bedenkt, zu Reformen auf. Wie genau diese vonstatten gehen sollen, darüber schweigen die Quellen allerdings.

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Kühe
 

Harzer Kühe begegnen dem Wanderer wieder häufiger, denn die alte Rasse wird im Nationalpark Harz nachgezüchtet. Die Tiere sind etwas kleiner als das klassische Milchvieh, und von rotbrauner Farbe.

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Fachwerk
 

Fachwerkbauten unterliegen Stilwechseln wie andere Bauten auch. In Deutschland gliedert man in den niederdeutschen, mitteldeutschen und oberdeutschen Formenkreis. Die Fachwerkhäuser Wernigerodes gehören beispielsweise dem niederdeutschen an, dessen südliche Grenze den Harz etwa in seiner Mitte von Ost nach West teilt. Aber auch innerhalb dieses Formenkreises lassen sich noch lokale Besonderheitn erkennen. Aber auch innerhalb des Formenkreises gibt es noch regionale Besonderheiten, wie die prismatisch geshcnittenen Balkenköpfe, die dem Quedlinburger Stil zugeordnet werden. Fachwerkbauten haben ihren Reiz auch durch den Reichtum und die Vielfalt der Schmuckformen. Viele haben einen ursprünglichen, heute kaum noch bekannten Sinnbildgehalt. Ein Teil der Zeichen geht auf germanische Runen (Futhark-Alphabet) zurück, die aus altitalienichen Schriften abgeleitet sind. Sie dienten als Heils-, Bitt- oder Glückszeichen. Die Sinnzeichen sind in die Konstruktion des Fachwerks eingebunden oder als Dekor in das Holz eingeschnitzt. Im 16. Jh., nach der Reformation, wurden die Zeichen mit „magischer Kraft und Wirkung“ gezielt eingesetzt und meist mit dem Bauherrn abgesprochen. Im frühen 18. Jh, in der Zeit des Barock beginnend, finden sienur noch als Schmucformen Verwendung. Dekorative Zeichen: Rosetten sind Zeichen für Sonnenrad, Sonnenwagen, Sonnen – und Jahreslauf, beschwören den Segen des Feuers und Schutz vor Blitzschlag und Feuer. Fünfstern: Pentagramm Drudenfuß, Feme- und Abwehrzeichen gegen Dämonen und Böses in jeglicher Form Sechsstern: Feme- und Abwehrzeichen gegen Dämonen und Böses in jedlicher Formenkreis Flechtband: Fessel für Dämonen, Schutz vor dem Bösen in jeder Formenkreis Spirale: Lauf der Sonne, Wechsel der Jahreszeiten, bedeutet Blitz- und Feuerschutz sowie Feuersegen

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Runen
 

Gebo-Rune (Andreaskreuz), Mehrung des Besitzes Ing-Rune (Raute): Fruchtbarkeit für Mensch und Tier Kombination Gebo- und Ing-Rune (Rautenkreuz): Zeichen für Fruchtbarkeit und Mehrung, für Beständigkeit und Pflege von Besitz und Erbe Alhiz-Rune (Wilder Mann), Kombination von Yr und Man-Rune, Zeichen des Jahresablaufs, soll Sicherheit und Segen für Haus, Hof und Familie bringen Man-Rune (Mann), Zeichen für Zwillingsgott, versinnbildlicht das Aufsteigen des Jahres, Vermehrung von Mensch, Vieh und Feldfrucht Yr-Rune (Verkehrter Mann), Zeichen für Zwillingsgott, symbolisiert das Absteigen des Jahres, bedeutet Verwirrung, Niedergang, aber auch Reichtum K-Rune (Winkelstrebe), soll Nachkommenschaft und die Folge der Geschlechter sichern sowie vor Krankheit schützen Bar-Rune (Steigende Strebe), bedeutet aufsteigende Lebenslinie, von Geburt zur Reife Balk-Rune (Fallende Strebe), fallende Lebenslinie, von der Reife zum Tod

Quelle: Harzmuseum Wernigerode

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Kiepenfrauen
 

Sie gehen sogar im heutigen Verständnis keiner typisch weiblichen Beschäftung innerhalb des Transportwesen nach. Allein die immense körperliche Belastungen darf nicht vergessen werden. Sie waren (Mit-)-Ernährer ihrer Familien, indem sie in ihren Kiepen Sommers wie winters gewaltige Lasten auf den Harzer Pfaden in die Dörfer schleppen, ohne Tragetiere. Enbenso treffend wie zynisch wurden sie auch als „Kamele des Harzes“ bezeichnet. Insbesondere dort waren Kiepengängerinnen unerlässlich, wo Fuhrwerke kein Durchkommen fanden. Sie führten Botengänge aus, und transportierten sämtliche Lasten von Kräutern über Klöppelspitze, Obst, Gemüse, Bier, sogar Pulver für den Bergbau. Die wohl älteste Darstellung einer Kiepenfrau in Goslar ist von Matz von Sincken auf seinem „Abriß der Stadt Goslar samt deren Gegenden um selbige“ von 1574.
Christoph Wilhelm Jacob Gatterer, ein Göttinger Professor für Statistik, beschreibt jene Kiepenfrauen aufgrund seiner eigenen Anschauung 1792 folgendermaßen:
„Die Trägerinnen, die sich von Lasttragen bis auf viele Meilen weit vom Harze, und vom Botengehen nähren, kommen in ihrer schlechten Kleidung mit einander vorzüglich darin überein, daß sie alle, meistens rothe, bis über die Knie in die Höhe aufgebundene Röcke anhaben, so daß um den ganzen Leib herum ein dicker Wulst vom Rocke entsteht, und man ihre säulenartigen Beine wenigstens bis an die Knie sehen kann; meistens sind sie, von dem vielen Bergsteigen, mit ungeheuren Waden versehen. Den Kopf umbinden sie gewöhnlich mit einem Tuch. … Es ist auch gar nichts seltenes, daß eine Schwangere unterwegs als Trägerin, Geburtsschmerzen bekommt, alsdann mit einer Gehülfin hinter einen Busch geht, und gebähret; dann ihre Last wieder auf den Rücken, und das neugebohrne Kind in die Schürze nimmt, und so ihre Heimreise endigt“


Wenn man bedenkt, dass sogar Hörige während des Wochenbettes von der Arbeit befreit waren, ja ihnen sogar spezielle Vergünstigungen gewährt wurden, lässt sich an dieser Beschreibung die bittere Armut dieser Familien ablesen.
Es gibt Darstellungen, dass die Frauen zusätzlich zu den Lasten auch noch ihre kleinsten Kinder in der Kiepe mittrugen, und während des Wanderns strickten.
Noch bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts war die Arbeit der Kiepenfrauen unentbehrlich.

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Geld
 

Heller und Pfennig: Als Teil der silbernen Groschenwährung der Wettiner galt zum Beispiel um 1490: 24 Heller = 12 Pfennig = 2 halbe Schwertgroschen = 1 Spitzgroschen. Die Heller waren Hohlheller, ähnlich den Thüringer Hohlpfennigen, wie sie im Artikel „Münzstätte Langensalza“ abgebildet sind.

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Ofen
 

Der gusseiserne Ofen im Gasthaus Zum Bären steht im Original im Museum im Ritterhaus, Osterode/Harz, Rollberg 32, Ecke Untere Neustadt

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